
Ad fontes - Die Reformatoren
Auf der Suche nach Erlösung. Luther hatte ein Problem. Lang und intensiv setzte er sich mit den unterschiedlichsten Aspekten des Glaubens auseinander. Er suchte nach Antworten auf seine Fragen.
Luther suchte Antworten in der Bibel, im Gebet und in der Meditation. Und immer wieder war es das Dogma der mittelalterlichen Kirche, das ihm im Weg stand. Schließlich hielt er es nicht mehr aus. In 95 Thesen hielt er fest, was an der Lehre der Kirche dringend reformiert werden musste. Was folgte, war nicht weniger als das Ende des Mittelalters und der Beginn einer neuen Zeitepoche.
Die Reformation ist eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte des europäischen Kontinents. Luther gilt als prägende Figur, war jedoch nicht der Einzige, der die Praktiken der mächtigen Kirche kritisierte. Eine ganze Reihe an Stimmen wandten sich im 14., 15. und 16. Jahrhundert gegen den Klerus und sein weltliches Auftreten. Manche von ihnen bezahlten für diese Kritik mit dem Leben.
Im Bibelkurs „Ad fontes“ stellen wir dir in insgesamt zehn Lektionen fünf Reformatoren, ihr Wirken und ihren Glauben vor. John Wyclif, Jan Hus, Martin Luther, Huldrych Zwingli und Johannes Calvin – sie alle hatten unterschiedliche Ansätze, teilten jedoch die Ansicht, dass nur die Bibel und Jesus Christus die Grundlage des christlichen Glaubens sein dürfen. Damit stellten sie sich offen gegen die Kirche und den Papst.
Welche Auswirkungen dieser Schritt auf ihr jeweiliges Leben hatte, wie sie ihren Glauben begründeten und auch, warum jeder von ihnen bis zum heutigen Tage von vielen Menschen als Vorbild geschätzt wird, wollen wir gerne mit dir gemeinsam ergründen. Mit einem erfahrenen Experten kannst du in diesem Studienkurs die Gründe und Auswirkungen der Reformation kennenlernen und ein tieferes Verständnis für deinen Glauben erlangen. Neugierig? Dann melde dich gleich an.
Was dich im Glaubenskurs „Ad fontes – die Reformatoren“ erwartet
Zehn Studieneinheiten
Spannende Geschichten aus der Zeit der Reformation
Diskutiere mit erfahrenen Studienbegleitern
Lerne in deinem Tempo
Zu den Quellen
Die Reformation hat die Ordnung Europas, wie sie seit dem Untergang des Römischen Reiches beinahe tausend Jahre Bestand hatte, vollständig über den Haufen geworfen. Das dreigeteilte Gesellschaftssystem aus Adel, Klerus und Bauern befand sich in Auflösung. Die mittelalterliche Kirche in Europa sah sich massiver Kritik ausgesetzt – widmeten sich ihre Vertreter doch weit mehr dem Ansammeln von weltlichem Besitz und dem Verwalten ihrer Güter, als dem Seelenheil der Gläubigen.
Immer wieder hatten einflussreiche Gelehrte, meist aus den Reihen der Kirche selbst, Kritik an dieser Praxis geübt.
John Wyclif – Der englische Reformator begründete mit seinen Lehren die Bewegung der Lollarden. Er bestritt jeden Machtanspruch des Papstes und verlangte die Unterordnung der Kirche unter den Staat. Diese Ansicht teilte auch der englische König, bei dem Wyclif deshalb in hohem Ansehen stand. Er lehrte, dass alles Gott und Gott in allem sei. Bilder-, Heiligen- und Reliquienverehrung lehnte er deshalb ab. Seine Beliebtheit im Volk und der Rückhalt des Königs machten ihn für die Kirche nur schwer angreifbar. John Wyclif gilt zudem als erster Übersetzer der Bibel ins Englische.
Jan Hus – Der böhmische Reformator Hus hielt den Großteil seiner Predigten auf Tschechisch – ein absolutes Novum im 14. Jahrhundert. Beeinflusst durch die Lehren von John Wyclif lehnte auch er den Herrschaftsanspruch der Machtkirche ab und sah in der Bibel die einzige Autorität in Glaubensfragen. Die nach ihm benannte Bewegung der Hussiten konnte in Teilen des böhmischen Königreiches und in benachbarten deutschen Staaten einigen Einfluss gewinnen. Hus hatte allerdings kaum Rückhalt bei den Mächtigen und wurde schließlich als Ketzer zum Tod durch Verbrennen verurteilt und hingerichtet.
Martin Luther – Der wohl bekannteste Reformator Deutschlands gilt als Begründer der evangelischen Kirche in Deutschland. Dabei hatte er gar nicht vorgehabt, einen neuen Glauben zu formen. Er sah den Weg, den seine Kirche eingeschlagen hatte, als falsch an und versuchte, diese zu reformieren. Kern seiner religiösen Überzeugungen war, dass Gott allen Gläubigen zugesichert habe, ihnen die Sünde zu vergeben, wenn sie glauben. Das Leben, Sterben und die Auferstehung Jesu sind hierfür der Beweis. Papst, Klerus und Kirche sind für die Erlösung des Menschen nicht von Bedeutung.
Huldrych Zwingli – Der Schweizer Reformator legte noch wesentlich strengere Richtlinien als Luther fest. Für ihn zählte einzig das Wort der Bibel. Alle Arten von Bildern, Liedgut und sonstige Zugangsformen zur Lehre Gottes lehnte er ab. Kirchen, die nach Zwinglis Lehre eingerichtet wurden, zeichneten sich durch eine karge, nur auf das Nötigste beschränkte Einrichtung aus, die in einem krassen Kontrast zu den extravaganten Prunkkirchen seiner Zeit standen.
Johannes Calvin – Allein durch Gott und den Glauben gelangt der Mensch zur Erlösung. Dies war die feste Überzeugung Calvins. Die seinen Lehren folgenden Calvinisten trennten sich auch von ihrer Kirche und stellten Gott allein in den Mittelpunkt ihres Glaubens. Sakramente, Reliquien und Ablasshandel stellten die Autorität Gottes infrage und wären deshalb abzulehnen. Zudem ist er davon überzeugt, dass bereits vorherbestimmt ist, ob ein Mensch die Erlösung erlangen kann oder nicht.
Register now
Start your free correspondence course by mail!
Kursinhalte
- 1. Die Urchristen – Der steinige Weg
- 2. Der Morgenstern – John Wycliff und die Reformation in England
- 3. Der Märtyrer – Jan Hus und die Reformation in Böhmen
- 4. Die Wende – Martin Luther – Aus Angst wird Freude
- 5. Die Thesen – Martin Luther und der 31. Oktober 1517
- 6. Der Reichstag – Martin Luther vor den Mächtigen
- 7. Die Wartburg – Martin Luther und die deutsche Bibelübersetzung
- 8. Der Überwinder – Ulrich Zwingli und die Reformation in Zürich
- 9. Der Flüchtling – Johannes Calvin und die Reformation in Genf
- 10. Die großen Fünf – Das Erbe der Reformation